Nach der Wahl: Farbenpoker

City- & Szenenews

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Erwin Sellering im Zoologischen Garten Rostock, © Thomas Kohler
05.09.2011

Die Wahl ist entschieden. In Mecklenburg-Vorpommern wird in jedem Fall die SPD in Regierungsverantwortung bleiben. Bleibt die Frage, wen sie sich dazu ins Boot holt. Was hoffen die Spione?

Bis zum amtlichen Endergebnis wird es noch zwei Wochen dauern, weil im Wahlreis Rügen wegen des Todesfalls eines CDU-Kandidaten die Abstimmung auf den 18. September verschoben werden musste. Doch am vorläufigen Ergebnis wird sich nichts mehr ändern.

Eindeutiger Wahlsieger ist die SPD, die sich mit 35,7 Prozent im Vergleich zu 2006 um 5,5 Punkte steigern konnte. Die CDU musste als zweitstärkste Kraft deutliche Verluste von 5,7 Punkten hinnehmen und erreichte nur noch 23,1 Prozent der Wähler. Leicht steigern konnte sich die Linke, die 18,4 Prozent der Stimmen erhielt (2006: 16,8). Erstmals übersprangen auch die Grünen die Fünf-Prozent-Hürde mit einem Wähleranteil von 8,4 Prozent, fünf Prozent mehr als 2006. Am meisten Prozentpunkte verlor die FDP, nämlich 6,9. Mit 2,7 Prozent ist sie nicht mehr im Landtag vertreten. Auch die NPD verlor 1,3 Prozent, zieht aber mit sechs Prozent erneut in den Landtag ein.

Hochburgen der NPD

Das Abschneiden der NPD gehörte sicher zu den zentralen Themen dieser Wahl. Als Hochburgen für die NPD etablierten sich weiterhin Ostvorpommern, wo die Nationaldemokraten immer noch bei über zehn Prozent liegen, und der Landkreis Uecker-Randow, in dem die Partei sich teilweise sogar auf über 15 Prozent steigern konnte.

Auch die geringe Wahlbeteiligung von 51,4 Prozent wirft Fragen auf. 2006 waren es noch 59,1 Prozent gewesen. Das schöne Wetter am Wahlsonntag kann hier sicher nicht die einzige Begründung liefern.

Wen erwählt Sellering zum Partner?

Das Hauptaugenmerk richtet sich nun aber auf die Regierungsbildung. Der SPD stehen letztlich zwei Optionen offen: Die bisherige Große Koalition mit der CDU weiterführen oder Rot-Rot wieder aufleben lassen. Sowohl die Union als auch die Linke wirbt für sich als Regierungspartner. Und Erwin Sellering lässt sich bitten. Er gibt noch nicht einmal eine Tendenz preis.

Dabei ist die Frage der Regierungsbildung auch bundespolitisch interessant, denn derzeit haben weder Union noch SPD im Bundesrat eine Mehrheit. Bliebe es bei der bisherigen Großen Koalition, bliebe es auch bei dieser Pattsituation. Entschiede sich Sellering für die Linke als Partner, würde das noch vor den Wahlen in Berlin und Schleswig-Holstein eine Verschiebung zugunsten der SPD bedeuten.

In einer Umfrage fragen wir die Spione Mecklenburg-Vorpommerns nach ihrer Meinung. Für wen sollte Erwin Sellering sich entscheiden?

Die SPD holt auf

Auch bei den Kommunalwahlen hat die SPD sich kräftig steigern können und erhielt 27,5 Prozent der Stimmen (2006: 19,3). Mit 29 Prozent (31,8) konnte sich die CDU hier jedoch knapp behaupten. Dritte Kraft bleibt mit leichten Verlusten die Linke mit 19,2 Prozent der Stimmen. Es folgen die Grünen mit 6,5, die NPD mit 5,4 und die FDP mit 4,3 Prozent.

Gewählt wurden außerdem die neuen Namen der künftigen Großkreise: Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim, Landkreis Rostock, Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen.

(pb)

9
Kommentare insgesamt

Aspergo a.
05.09.2011 13:47
Gast
Ich finde ja eine SPD und Linke Koalition ist für MV optimal.

Toby G.
05.09.2011 15:10
Gast
Ich habe etwas von Rot-Rot-Grün gehört. Wär mir lieber !

Martin F.
05.09.2011 16:45
Gast
in rechnen warst du nicht so gut, oder toby?

Toby G.
05.09.2011 20:56
Gast
Mensch, im Radio ham se das erwähnt ! Ich habs nur beiläufig aufgeschnappt und nachgeplappert Deswegen sagte ich doch "Ich hab GEHÖRT..." !

Martin F.
05.09.2011 21:03
Gast
aber warum man die grünen an einer regierung beteiligen sollte, obwohl es schon eine komfortable rot-rote mehrheit gibt, bleibt deren geheimnis...

hätte rot-rot nur einen sitz mehrheit, wäre es sicher ne möglichkeit, aber so ist es einfach nur unsinn...

Felix M.
07.09.2011 19:10
Gast
ro rot grün fände ich gut ... (lu an grün) aber wenn die spd die stimmen bräuchte, würde sie wohl eher mit der cdu kuscheln (wäre ja auch die komfortablere mehrheit) ... deshalb wird das wohl nichts.

rot rot wäre aber immernoch besser als rot schwarz ... auch wenn tilli weiter wurschteln darf

Martin F.
07.09.2011 19:40
Gast
ich glaub es wird zu rot.rot kommen...

dafür spricht aus meiner sicht

-von der CDU war zu hören, es gibt keine koalition um jeden preis...
-die linkspartei hat noch niemals zuvor so viele realos in den landtag gesandt
-die aussagen von sellering, dass es mit der PDS bis 2006 auch eine sehr gute zusammenarbeit gab
- und zu guter letzt, bei der SPD darf tilli nicht mit in die sondierungsgespräche
(tilli war der CDU näher als der linken/PDS)
das machen sellering, schwesig und nieszery, die alle gut mit der linken können...

Toby G.
07.09.2011 19:57
Gast
@ Felix
Die CDU und die SPD verhalten sich wie BürgerKing und MC-Donalds, verstehst ?

Felix M.
08.09.2011 19:22
Gast
ne toby ... war unverständlich ... ist das ein neuer philosophischer ansatz jenseits naturwissenschaften von dir?
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