Konkurrenz für das iPhone

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29.08.2008

Ist das Über-Gadget tatsächlich noch einsame Spitze? Was können die anderen?

Als das iPhone von Apple vor einem Jahr auf den Markt kam, schlug es ein wie eine Bombe und revolutionierte die Handy-Welt. Die kinderleichte Bedienung über den Bildschirm überzeugte Millionen Kunden. Das iPhone wurde zum Vorbild für viele neue Handy-Modelle - sie reichen inzwischen fast an das Original heran, übertreffen es in mancher Hinsicht sogar und kosten auch noch weniger.

Wo das iPhone Spitze bleibt

In einem bleibe das iPhone nach wie vor unerreicht, nämlich bei der Bedienung per Touchscreen, sagt Rudolf Opitz, Handy-Experte der Computerzeitschrift "c´t". Das iPhone kann allein mit den Fingern bedient werden, und das auf sehr intuitive und präzise Weise. Zwar gibt es die Steuerung per Touchscreen inzwischen auch bei anderen Handys, sie funktioniert dort aber nicht ganz so gut.

Der Grund ist das Betriebssystem: Die Konkurrenzprodukte arbeiten momentan noch mit Windows Mobile, das einige Schönheitsfehler hat. So lassen sich die Konkurrenzprodukte nur teilweise mit den Fingern bedienen - für bestimmte Funktionen wie Adress-Eingaben muss der User nach wie vor den Eingabestift zücken. Meist läuft die Bedienung auch längst nicht so flüssig und präzise, so dass auch mal aus Versehen das falsche Programm aufgerufen wird.

Wo die anderen das iPhone überholen

Andererseits ist die Konkurrenz technisch wesentlich besser ausgestattet als das iPhone, das sich auf wenige Funktionen beschränkt. Das iPhone sei deshalb so einfach und intuitiv zu bedienen, weil viel weggelassen worden sei, sagt Opitz. Die Besitzer müssen dafür auf einiges verzichten, was für andere Handy-Besitzer Standard ist. So fehlen die Möglichkeit zur Videotelefonie und ein Slot für Speicherkarten zum Wechseln. Mit der Kamera kann man wirklich nur knipsen, Zoom oder Videofunktionen suchen iPhone-Besitzer an ihrem Gerät vergeblich. Auch ein Bluetooth-Profil für drahtlose Stereo-Kopfhörer ist nicht vorhanden.

Ein weiteres Beispiel ist das Surfen über das Notebook. Zwar ziehen Handys inzwischen durch UMTS-Beschleuniger mehrere Mbit pro Sekunde aus dem Datennetz, aber die kleinen Geräte selbst können diese Datenmengen gar nicht so schnell verarbeiten oder speichern. Die hohe Geschwindigkeit bringt also nur Vorteile, wenn man per Handy übers Notebook surft. Beim iPhone fehlt aber genau diese Funktion.

Es wird eng für das iPhone

Generell holt die Konkurrenz das iPhone immer weiter ein. Durch den Opera Mobile Browser wird Surfen per Handy im Internet ähnlich einfach wie mit dem iPhone. In Zukunft wird es noch enger für das iPhone, denn die Handy-Hersteller arbeiten auch an neuen Betriebssystemen. Mehrere von ihnen sind an der Entwicklung von "Android" von Google beteiligt. Handys, die damit ausgestattet sind, sollen genauso einfach zu bedienen sein wie das iPhone - dafür aber mehr Funktionen bieten.

Die neuesten Touchscreen-Modelle reichen zudem in Sachen Bedienbarkeit durchaus fast an das iPhone ran, wie Opitz sagt. Und mit ihnen lässt sich auch Geld sparen, denn die teure Vertragsbindung fällt weg. Wichtig ist: Vor dem Kauf sollte man das Handy ausprobieren und auch länger damit herumspielen. Das ist insbesondere bei Touchscreens wichtig, um zu sehen, ob man überhaupt mit ihnen klarkommt. Sehr wichtig ist auch die Kratzfestigkeit des Touchscreens. Sie hängt stark vom einzelnen Gerät ab. Das iPhone ist in dieser Hinsicht vorbildlich, Glas ist grundsätzlich besser als Kunststoff. Ob die Oberfläche etwas taugt, erfährt man unter anderem in Testberichten im Internet.

(ddp/ur)
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