Anti-Atom-Demonstration in Lubmin

City- & Szenenews

City- & Szenenews
Foto anzeigen
© Arcady
24.07.2010

Lubmin: Ein Zwischenlager, in dem Atomabfall aus DDR-Produktionen gelagert wird. Eigentlich. Denn jetzt kommt hochgefährlicher Müll aus dem Westen - und Atomgegner gehen auf die Barrikaden.

Der Transport von hochradioaktivem Abfall aus dem Versuchsreaktor in Karlsruhe und von dem einst kerngetriebenen Forschungsschiff "Otto Hahn" nach Lubmin: Die Bekanntgabe dieses Vorhabens rief unter zahlreichen Politikern und Atomgegnern blankes Entsetzen hervor. Die Behälter, die dieser Müll in Anspruch nehmen würde, würden das Lager bis zum Anschlag füllen - von der Tatsache, dass in Lubmin nur ostdeutscher Müll gelagert werden sollte, ganz zu schweigen.

Doch die Lubminer Energiewerke Nord (EWN) und deren Leiterin Marlies Philipp wehren sich gegen die lautstarken Kritiken: Insgesamt stünden im Zwischenlager 80 Plätze zur Verfügung, wovon bereits 65 Castoren mit Lubminer und Rheinsberger Abfällen belegt seien. Der angekündigte Müll würde weitere neun Behälter in Anspruch nehmen, und somit noch Platz für weitere sechs Castoren lassen. Es sei zwar nicht auszuschließen, dass die übrigen sechs Plätze noch belegt werden, doch noch lägen laut ND "keine Anfragen" dafür vor.

"Es geht hier zu wie auf dem Jahrmarkt"

Damit revidiert Marlies Philipp plötzlich die Äußerungen des Schweriner Innen-
ministers Lorenz Caffier (CDU), der vor gar nicht allzu langer Zeit noch erklärt hatte, dass das Zwischenlager nur 74 Plätze aufweisen würde - womit es mit dem kommenden Müll restlos gefüllt gewesen wäre. Doch möglicherweise hat sich Caffier, der nur für die leichteren Abfälle in den anderen Hallen zuständig ist, einfach geirrt.

Kein Irrtum, sondern Absicht, glaubt Jürgen Suhr, der Landesvorsitzende der Grünen, der hinter den Nutzungsänderungen eine gezielte Initiierung sieht: "Es geht hier zu wie auf dem Jahrmarkt. Die EWN verdienen an jedem zusätzlichen Castor." Seiner Ansicht nach in klares Indiz für den sich erhärtenden Verdacht, dass aus dem Zwischenlager still und heimlich ein Endlager gemacht werden soll. "Für die Tourismusregion in Vorpommern ist das eine Katastrophe!", erzürnt sich der Landesvorsitzende laut dem Abendblatt. Felix Leipold vom Anti-Atom-Netzwerk schließt sich seinem Vorredner an: Der geplante Transport des Abfalls sei nicht nur "Wortbruch", sondern zu allem Überfluss auch "supergefährlich".

Mahnwache am Lager

Gründe genug für die Anti-Atomkraft-Gruppen aus Rostock und Greifswald, an diesem Wochenende zu "Aktionstagen" aufzurufen: Am Samstag findet auf dem Greifswalder Markt eine Demonstration sowie ein so genanntes Vernetzungstreffen mit dem Baltic Sea Network, einem internationalen Zusammenschluss von Kernkraftkritikern, das auch eine radioaktive Verschmutzung der Ostsee kommen sieht, statt. Am Sonntag rollt daraufhin ein Fahrradkorso aus Greifswald in Lubmin an, um vor Ort zu protestieren und am Lager eine Mahnwache abzuhalten.

Seit elf Jahren wird der atomare Abfall in Lubmin zwischengelagert. Diese Lagerungen sind, ab dem ersten Castor, auf jeweils 40 Jahre befristet: Im Jahr 2039 müsse der Atommüll in Lubmin demnach ein Ende finden. Dann muss, so gibt es das Gesetz vor, ein Endlager gefunden sein - sofern die Frist nicht einfach verlängert wird, oder sofern aus dem Zwischenlager nicht doch ein Endlager gemacht wurde.

(nm)
5
Kommentare insgesamt

Black H.
24.07.2010 16:37
reg. Mitglied
Ich bin der ansicht das dass volk entscheiden sollte was mit lubmin passiert und nicht irgent welche energie haie sollte es dazu kommen das die ostsee eine giftmüll lagune wird so sind wir was den umweltschutz angeht dann an einem neuen tiefpunkt angekommen das wird den fischern ihre arbeitsplätze weg nehmen und es wird jahrzehnte dauern denn schaden an der flora und fauna der ostsee zu bereinigen es wird viel gesagt das eine kathastrophe wie mit dem golf von mexiko nicht noch einmal passieren darf aber Nein es kommt noch schlimmer

24.07.2010 21:15
Gast
die philipp ist doch so geld- und machtgeil, die spinnt ja wohl völlig!
diese leute werden uns noch in die absolute kathastrophe jagen, warum entscheiden sowas immer die, die nur die dollarzeichen in den augen habe.
sie werden ja auch nicht bestraft, sie bekommen ihr geld immer schön weiter, auch wenn sie die natur in den wahnsinn treiben. hartz IV müssten sie bekommen, wenn sie scheisse gebaut haben und das konto auf null, dann würden sie vielleicht alle mal vorher überlegen!

J A.
25.07.2010 23:42
reg. Mitglied
es ist meist so.

erst wird von kleinen dingen geredet und wenn dann alle zugestimmt haben wird es mehr und mehr.

das war schon immer so. leider...

MatthiasL
26.07.2010 07:57
reg. Mitglied
Den Wirtschaftsbossen ist es egal was die Leute denken, solange sie mehr als 100% Profit machen können gehen sie über Leichen, haubtsache der Müll iss schön weit weg aus ihrer heilen und sauberen Gegend , merkt euch eins ! Abfall wurde immer da entsorgt wo es arme Menschen gibt die sich nicht wehren könnnen auf der Welt,

Langer204
13.07.2011 05:00
reg. Mitglied
endlich mal ne vernünftige meinung von matthias, statt drum herum reden, oder möchte gern intelligente meinung . der mist muss weg für immer.
übrigens bei 400% gehen sie über leichen
Hinweis-Icon
Bitte melde dich an, um Kommentare hinzuzufügen.
weitere Nachrichten aus der Kategorie „City- & Szenenews“:
Diskriminierung oder lediglich polizeiliche Erfahrung? Weil ihn ein Bundespolizist aufgrund seiner Hautfarbe kontrollierte, erstattete ein dunkelhäutiger Deutscher Anzeige - und verlor. » mehr lesen
In Großbritannien steigt der Absatz erotischer E-Books. Auch in Deutschland könnte das unerkannte Konsumieren erotisch-brisanter Geschichten Schule machen. » mehr lesen
Am 4. August fällt der Startschuss für die nächtliche Laufveranstaltung in Rostock. Der persönliche Startschuss aber kann bereits jetzt abgefeuert werden - was nicht nur sportliche Vorteile birgt. » mehr lesen